Alles was du übers Pikieren und Umtopfen wissen musst!

Nachdem Aussaat und Keimung geglückt sind, gibt es noch ein paar Dinge zu beachten, bis die vorkultivierten Pflänzchen ins Beet übersiedeln können. In diesem Artikel widmen wir uns dem Pikieren, Umtopfen und Abhärten von Jungpflanzen.

Die Freude ist groß, sobald die erste Aussaat gekeimt ist! In der Saatschale herrscht allmählich Gedränge und es wird sichtbar, welche Pflänzchen gut oder weniger gut wachsen. Deswegen sollte man den kleinen Pflänzchen wieder mehr Platz zum Ausbreiten geben.

Wenn die Samen gekeimt sind, werden zunächst zwei Keimblättchen sichtbar. Später dann wachsen Blätter, welche die pflanzentypische Form haben. Sobald zwei solcher Blätter gebildet wurden, hat sich das Wurzelsystem so gut weiterentwickelt, dass das Umpflanzen leicht verträglich ist.

Warum pikiert man?

Das Pikieren ist zwar ein kleiner Mehraufwand, jedoch bei gewissen Pflanzen sehr sinnvoll. Die Samen reifen in einer Anzuchtschale heran, bis sich der Keimling seinen Weg durch die Erde bis zum Licht gebahnt hat. Wenn das passiert ist, startet die eigentliche Wachstumsphase. Bei dieser benötigen die Pflänzchen viel Energie und auch eine Menge Nährstoffe, welche aus dem Boden gezogen werden. Somit ist der Kampf zwischen den Pflanzen um Licht und Wasser eröffnet.
Um zu verhindern, dass eine der anderen Nährstoffe und auch Platz wegnimmt, bekommen die Auserwählten einen Platz in einem eigenen Topf. Ohne die Konkurrenz wachsen die Pflanzen zwar etwas langsamer, jedoch werden sie kräftiger und kompakter. Das Pikieren regt außerdem das Wurzelwachstum an und ist ebenso eine Möglichkeit die besten Keimlinge auszuwählen. Durch späteres Pikieren lässt sich in der Vorkultur auch einfach Platz sparen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Pikieren?

Wie vorhin schon erwähnt, musst du auf die ersten Laubblätter warten. Dann aber geht es nach dem Motto: Je früher desto besser! Größere Keimlinge sind zwar leichter handzuhaben, wachsen im neuen Substrat jedoch nicht so gut an.

Wie lassen sich die Pflänzchen am besten pikieren?

Vorbereitung

Bevor du mit dem Pikieren beginnst, solltest du die kleinen Pflänzchen noch leicht gießen. So überstehen sie den Vorgang besser, bis sie in ihrem neuen Substrat Fuß gefasst haben. Wenn du dann die Pflänzchen in die Hand nimmst, versuche dabei keinen Druck auszuüben. Mit ein wenig Übung kannst du die Keimlinge auch nur am Wurzelballen halten.

Trennen

Ganz vorsichtig werden die Sämlinge mit einem Pikierstab oder Messer aus der Erde gehoben. Wenn die Pflänzchen dicht zusammenstehen, müssen die Wurzeln behutsam voneinander getrennt werden. Die Keimlinge dürfen nur einen kurzen Zeitraum offen herumliegen, weil sie schnell austrocknen. Deswegen solltest du ein Pflänzchen nach dem anderen umsetzen.
Es kann durchaus passieren, dass dabei leichte Haarwurzelverletzungen auftreten. Diese sind aber keineswegs schlimm, da sie das weitere Wurzelwachstum anregen.

Einpflanzen

Mit dem Pikierstab wird im neuen Topf ein Loch in die Erde gebohrt, in welches der Sämling vorsichtig eingesetzt wird. Die Erde danach andrücken und gießen. Verwende dabei immer noch Anzuchterde.
Wenn die Jungpflanze schon größer ist, kannst du es auch umgekehrt machen, Topf halb anfüllen, Pflänzchen draufsetzen, festhalten und mit Erde anfüllen, dabei können sehr hohe Pflänzchen auch wieder tiefer eingesetzt werden.

Welche Pflanzen kann ich pikieren?

Pikieren und Umtopfen ist allerdings nicht für alle Jungpflanzen förderlich…

Diese Jungpflanzen können pikiert werden:

  • vor allem Tomaten, Paprika und Chili oder auch Physalis profitieren davon, dabei handelt es sich um Nachtschattengewächse
  • aber auch Kohlgemüse, Rote Rübe, Salate, Sellerie, Mangold sind geeignet

Diese Jungpflanzen sollten nicht pikiert werden:

  • Kürbisgewächse, wie Kürbis, Zucchini, Gurke und Melone vertragen pikieren am schlechtesten, ihre Wurzeln sind dafür zu empfindlich
  • Bohnen, Erbsen, Linsen und andere Hülsenfrüchte vertragen eine Direktsaat oder Vorkultur ohne Pikieren besser
  • Lauchgemüse, Zwiebelgewächse
  • das meiste Wurzelgemüse

Wie kann ich meine Pflanzen fürs Freiland abhärten?

Bevor die liebevoll gezogenen Pflänzchen ins Beet auszeihen können, kannst du sie schon behutsam an ihre neuen Bedingungen unter Sonne, Wind und Wetter vorbereiten. Dabei ist auch von Abhärten die Rede, da sich die Jungpflanzen in der Vorkultur an sehr geschützte Bedingungen gewöhnt haben.

Nach dem Pikieren folgt also das Abhärten an der frischen Luft, damit die Pflanze beim Auspflanzen keinen Schock erlebt. Wenn draußen untertags keine Frostgefahr mehr besteht, kannst du die Jungpflanzen dazu stundenweise ins Freie geben. Regen und pralle Sonne sollen aber anfangs vermieden werden.

Sobald Mitte Mai keine Spätfröste mehr in deiner Region zu erwarten sind, kannst du die Jungpflanzen schließlich ins Freiland auspflanzen.


Unser Blog

Bionana verrät dir die 11 Grundsätze jedes Naturgartens. Damit wird jeder Garten zu einem kleinen, persönlichen Gartenparadies.
Im Spätsommer und Herbst ist für viele von uns die schönste Zeit im Garten. Die meiste Arbeit ist erledigt und es gibt viel zu ernten!
Ein Komposthaufen gehört zu den wichtigsten Dingen im Bio-Garten und gibt dir die Möglichkeit hochwertige Erde selbst herzustellen. Dazu wollen wir dir hier alle Grundlagen
Im Frühjahr haben wir bereits über die Planung einer Naschecke geschrieben und warum Himbeeren und Co. so gesund sind, in diesem Beitrag wollen wir uns