Beeren ernten in der Naschecke

Im Frühjahr haben wir bereits über die Planung einer Naschecke geschrieben und warum Himbeeren und Co. so gesund sind, in diesem Beitrag wollen wir uns der Ernte und Verarbeitung von Beerenobst widmen.

Die Vielfalt im Naschgarten

BIONANA steht nicht nur für biologisch-nachhaltig-natürlich, in unserem Namen verbirgt sich auch das Wort naná aus der alten südamerikanischen Sprache Guaraní, das einfach Frucht bedeutet. Andere Wörter, die wir vom Guaraní übernommen haben, sind z.B. Ananas, Maracuja oder Jaguar.

Die Vielfalt unterschiedlicher Sprachen und Kulturen macht die Schönheit und Besonderheit unserer Welt erst aus, genauso wie auch die biologische Vielfalt. Im Naschgarten finden sich viele Beerenschätze in allen Farben und Aromen: Brombeeren, Himbeeren, Ribiseln bzw. Johannisbeeren, japanische Weinbeeren, Gojibeeren, Aronia, Physalis, Jostabeeren, Taybeeren, Maulbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren, Maibeeren, Cranberries und viele mehr.

In der Botanik ergibt sich eine etwas andere Einteilung: z.B. Brombeeren, Himbeeren, Weinbeeren und Erdbeeren gehören eigentlich nicht zu den Beeren, sondern werden als Sammelfrüchte klassifiziert. Sie lassen sich aber wie echte Beeren sammeln und verarbeiten, zum Trocknen von Erdbeeren kann es aber helfen diese zu zerteilen.

Wenn sich in deinem Garten kein Obstgarten mehr ausgeht, kannst du diverse Früchte auch wild sammeln, wenn du in deiner Gegend noch keine guten Stellen kennst, kannst du dich bei der Karte von Mundraub schlau machen.

Beeren richtig ernten

  • Verwende zum Ernten flache Schalen und schichte beim Ernten nicht zu viele Beeren übereinander, Himbeeren sind hier besonders empfindlich, Johannisbeeren halten mehr aus.
  • Ernte die Beeren nur mit sanftem Druck, wenn sie sich nicht leicht pflücken lassen, sind sie noch unreif.
  • Ernte nur reife Früchte, sie sind dann schön gefärbt, fühlen sich weicher an und lösen sich leicht vom Strauch. Unreife Beeren sind oft noch sauer oder geschmacklos, überreife Früchte hingegen platzen leicht und müssen schnell verarbeitet werden.
  • Ernte am besten, wenn es trocken ist und nicht nach dem Regen, die Feuchtigkeit führt sonst leicht zu Schimmel bei der Lagerung.
  • mitunter verstecken sich kleine Insekten oder andere Verunreinigungen auf den Beeren oder im Sammelbehälter, wirf lieber noch einen Blick drauf, bevor du sie ins Haus bringst.
  • Willst du die Beeren länger frisch lagern, ernte sie am besten mit Stiel und nicht überreif.

Beeren lagern und verarbeiten

Frische Beeren solltest du gekühlt lagern, im Gemüsefach sind sie gut aufgehoben. Um überschüssige Feuchtigkeit zu vermeiden, kannst du sie auch auf Küchenrolle oder ein Geschirrtuch legen. So sind sie mehrere Tage haltbar und besonders lecker im Müsli oder mit Joghurt und als Smoothiezutat.

Besonders wenn du viele Beeren auf einmal geerntet hast, bietet sich an diese einzufrieren. So kannst du dich bis zur nächsten Beerensaison versorgen. Wenn du lieber einen Beerenmix hast, mische die Beeren am besten schon vor dem Einfrieren, manche Beeren sind gefroren nämlich schwer zu trennen.

Getrocknet lassen sich Beeren ebenso einfach und langfristig lagern. Wenn du keinen Dörrautomaten hast, kannst du Beeren auch im Backofen (bei ca. 40-50°C), auf der Heizung oder einfach an der Luft trocknen lassen, wobei es dafür warm sein muss und auf eine gute Luftzirkulation zu achten ist. Beim langsamen, schonenden Trocknen bleiben mehr Vitamine erhalten.

Sirup und Likör

Wenn du deine Beeren lieber gleich in flüssiger Form aufbewahrst, kannst du sie z.B. zu Sirup oder Likör verarbeiten. Beide Rezepte sind einfach, sehr lecker und machen die Ernte lange haltbar. Du brauchst dazu nur frische Beeren, die du natürlich auch beliebig mischen kannst, Zucker oder eine geeignete Zuckeralternative wie Xylit, Wasser und etwas Zitronensaft.

Für Likör wird ein Ansatz mit weniger oder ganz ohne Wasser mit einer geschmacksneutralen Spirituose hergestellt, je nachdem wie stark er werden soll. Mit den Mengen und Verhältnissen kannst du in beiden Fällen etwas herumexperimentieren, um die richtige Intensität zu erreichen.

Zutaten:

  • 1 kg Beeren
  • 1 Liter Wasser/Spirituose
  • 500 g Zucker
  • 120 ml Zitronensaft

Der Sirup kann gleich gekocht, gesiebt und in sterile Flaschen abgefüllt werden, für den Likör kannst du die Mischung auch einige Wochen stehen lassen, dann ist kein Aufkochen notwendig und der Geschmack wird immer besser.

Marmelade

Eine der beliebtesten Beerendelikatessen sind natürlich Marmeladen und Gelees, was wäre ein Frühstück mit frischem Gebäck ohne einen beerigen Fruchtaufstrich? Wenn die Beeren einmal gesammelt sind, ist das Marmelade kochen schnell erledigt. Die Früchte können vor dem Kochen schon püriert werden, dann wird die Masse einige Minuten mit dem Zucker und Zitronensaft zusammen aufgekocht und abschließend sofort in sterile Schraubgläser abgefüllt und verschlossen.

Zutaten:

  • 1 kg Beeren
  • 500 g Gelierzucker
  • 120 ml Zitronensaft

Nachspeisen und selbstgemachte Eiscreme

Frische und auch tiefgekühlte Beeren können zum Backen oder für sommerliche Nachspeisen, wie selbstgemachtes Eis direkt verwendet werden. Als Nice Cream wurde die einfache Eisvariante auf der Basis von gefrorenen Bananen bekannt, dazu brauchst du nur einen starken Mixer. Optional kannst du dieses Grundrezept noch mit Schokostückchen, Joghurt, Nüssen und Gewürzen ergänzen.

Zutaten:

  • 2 Bananen gefroren
  • 250 g Beeren frisch oder gefroren

Wenn beide Zutaten gefroren sind, musst du sie vlt. etwas antauen lassen, damit der Mixer sie verarbeiten kann.

Wir wünschen viel Genuss bei der Beerenernte!


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