Gießen – (k)eine Kunst

Wertvolles Wasser

71% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, jedoch stehen nur 3% davon als Trinkwasser zur Verfügung. Die Produktion diverser Konsumprodukte führt zu zunehmendem Wasserverbrauch. Durch die Erderwärmung kann es zu langen Regenzeiten aber auch zu zehrenden Dürreperioden kommen und der Zugang zum flüssigen Gold ist in manchen Regionen sehr eingeschränkt. Da der Rohstoff in der Praxis nicht unendlich ist, ist ein achtsamer Umgang mit Wasser immer wichtiger. Das zählt auch bei der Kultivierung der Pflanzen, wo viel Wasser notwendig ist, um am Ende der Saison selbst Angebautes zu ernten. Du glaubst es nicht, aber dein Gemüse hat Durst!

Zu den durstigen Gewächsen im Garten zählt vor allem das Fruchtgemüse. Ein zu sparsamer Umgang mit Wasser würde hier zu Misserfolgen führen. Aber beim Gießen gibt es einiges zu beachten: die unterschiedlichen Methoden des Gießens, welches Wasser sich eignet und wie du Wasser einsparen kannst. Wenn du also dachtest, dass es egal ist, wie man gießt, findest du hier ein paar wichtige Tipps.

Die wichtigsten Grundlagen

Es gibt verschiedene Methoden, mit welchen du für ausreichend Feuchtigkeit in deinem Gemüsegarten sorgen kannst. Dazu zählen Berieseln, Beregnen und Behacken. Die Anwendung hängt auch von den Vorlieben deiner Pflanzen ab. Beliebte Sorten, wie die Tomaten, Gurken und Auberginen konsumieren Wasser in ausgesprochen großen Mengen und werden besser nur am Stiel gegossen, Chilis und Paprika hingegen, bevorzugen richtige Wasserduschen. Ein zu sparsamer Umgang mit Wasser lässt Salate und Fenchel direkt ausblühen und verhindert die gewünschte Kopf-, Knollenbildung.

Berieseln: eine altbewährte Methode, die durch moderne Systeme der Tröpfchenbewässerung und Unterflurbewässerung wieder aufgegriffen wurde. Beim Berieseln wird eine große Menge Wasser langsam, durch einen Schlauch mit feinen Löchern, auf das Beet gebracht und versickert im Boden. Diese Methode ist sehr sparsam und effizient. Der Mehraufwand beim Verlegen der Schläuche lohnt sich also. Die Methode stammt aus wasserarmen Regionen.

Beregnen: Durch eine Sprinkleranlage oder großflächiges Gießen mit dem Gartenschlauch werden die Pflanzen künstlich beregnet, dabei werden auch die Blätter von Pflanzen nass, was z.B. Tomaten krankheitsanfälliger macht. Dabei geht ebenso mehr Wasser verloren, da die Feuchtigkeit nicht gezielt dorthin gelangt, wo sie hinsollte und ein Teil abrinnt oder verdunstet. Beregnen ist auch unnatürlich, wenn die Sonne scheint, an bedeckten Tagen ist gegen das Beregnen nichts einzuwenden. Beregnen solltest du aber morgens, da nachts Schnecken aktiver sind und dann optimale Bedingungen geboten bekommen würden. Mit einer Gießkanne kannst du natürlich etwas gezielter Gießen, am besten mit Brauseaufsatz.

Behacken der Beete: eine Gärtner-Regel lautet: „Einmal Hacken spart zweimal Gießen“. Hierbei wird der Boden aufgelockert, was dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit nicht verloren geht und besser vom Boden aufgenommen werden kann. Dabei werden auch Nährstoffe verfügbar gemacht und Beikräuter eingearbeitet.

Was gibt es noch zu beachten?

Nachdem wir nun einen kurzen Einblick gegeben haben welche grundlegenden Methoden es zum Bewässern gibt, stellt sich die Frage wo denn Wasser eigentlich hin soll, wenn die Blätter nicht nass werden möchten und Wasserverschwendung vermieden werden soll:

Das Wasser kommt an die Wurzel

Letztendlich möchten wir die Pflanzen mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen, sie vor Fäulnis durch übermäßige Feuchtigkeit schützen und dabei Wasser einsparen. Daher gießt du deine Pflanzen am besten direkt am Stamm, es sei denn sie lieben eine Dusche. Die gezielte Wasserzufuhr verhindert, das Wasser verdunstet und genau dorthin gelangt, wo es benötigt wird. Bei Topfkultur solltest du darauf achten, dass das Wasser auch abfließen kann.

Nackte Erde vermeiden

Unbedeckter Boden trocknet schneller aus, bietet in der obersten Schicht dann auch keinen guten Lebensraum für Wurzeln und Mikroorganismen, wodurch er weiter austrocknet und immer weniger Wasser aufnehmen kann. Beim Gießen oder wenn es regnet, wird die Erde dann mitunter weggeschwemmt. Mit einer Mulchdecke kannst du diesem Problem einfach vorbeugen und zusätzlich Wasser im Boden halten.

Wasser, bitte!

Es gibt keine in Stein gemeißelte Regel, wann und wieviel gegossen werden sollte. ABER: Tägliches Gießen ist kein Muss, Experten befürworten, dass 1-2-mal Gießen pro Woche bereits ausreichen. Kniehohe Pflanzen verbrauchen täglich ca. 3-5l/m² an Flüssigkeit und am allerdurstigsten sind sie während der Fruchtbildung. Um festzustellen, ob du nun einen Gießdurchgang einlegen sollst oder nicht, prüfe täglich die Beete und Blumenkasten auf Feuchtigkeit. Außerdem verraten dir deine Pflanzen genau, wann es höchste Zeit ist, sie zu gießen. Sobald die Blätter schlaffer werden, der Boden trocken aussieht und auch unter der Oberfläche trocken anfühlt, wird es also Zeit zu gießen. nach kurzer Zeit wirst du sicher ein Gefühl dafür bekommen.

Am besten mit Regenwasser…

Regenwasser eignet sich am besten zum Bewässern. Es ist von Natur aus weich und adäquat temperiert. Du kannst es in einer Regentonne sammeln, die du an einem schattigen Ort platzierst und mit einem Deckel Verdunstung verminderst. Dieser verhindert auch, dass Stechmücken Eier im Wasser ablegen und beschützt kleine Kinder und Tiere vor dem Hineinfallen. Mithilfe einer Regenrinne kann jeder Tropfen aufgefangen und direkt in die Tonne geleitet werden. Mach es dir einfach und beschaffe eine Tonne mit einem Ablasshahn im unteren Bereich.

Gut zu wissen: wenn du deine Pflanzen wirklich verwöhnen willst, solltest du nicht mit eiskaltem Wasser gießen. Wenn du zu Leitungswasser greifst, füll vorab Gießkannen und warte bis sich die Wassertemperatur mit der Außentemperatur abgestimmt hat.

Tipps für den Sparsamen Umgang mit Wasser kurzgefasst:

  • Gieße früh morgens oder abends, nie in der Tageshitze
  • Gieße direkt am Stängel, knapp über der Erde
  • Gieße nicht täglich, besser reichlich 1-2 mal die Woche, bei großer Hitze etwas öfter
  • Erst wenig, dann noch mal nachgießen
  • Tröpfchenbewässerungssysteme sind sehr effizient
  • Mulchdecken schützen vor Wasserverlust

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